Airy

Mehr als nur ein Blu­men­topf

Pro­dukt­test

Zwar ist die Erkennt­nis, dass Pflan­zen sich posi­tiv auf das Raum­kli­ma aus­wir­ken, kei­ne neue, doch hört für die meis­ten Hob­by-Bota­ni­ker wie uns das Wun­der der grü­nen Gesel­len mit der Pho­to­syn­the­se auf. So war es inter­es­sant zu erfah­ren, dass Wis­sen­schaft­ler der NASA her­aus­fan­den, dass Pflan­zen nicht nur über ihre Blät­ter CO2 in unse­ren lebens­not­wen­di­gen Sauer­stoff ver­wan­deln, son­dern auch noch eine wei­te­re wich­ti­ge Funk­ti­on über ihre Wur­zeln erfül­len: die Rei­ni­gung der Luft von Schad­stof­fen. Die­ses Wis­sen haben sich die Erfin­der von AIRY zu Nut­zen gemacht und ein neu­es Luft­rei­ni­gungs­sys­tem für zu Hau­se ent­wi­ckelt, wel­ches wir tes­ten dur­fen.

Die­ser Bei­trag ent­hält unbe­zahl­te Wer­bung (*)

1. WAS IST AIRY?

Hin­ter der luf­ti­gen Bezeich­nung AIRY  ver­birgt sich ein Blu­men­topf, oder — wie der Her­stel­ler ver­spricht — ein “hoch­wirk­sa­mes Luft­rei­ni­gungs­prin­zip”, wel­ches die Raum­luft mit­tels Zim­mer­pflan­zen von Schad­stof­fen befrei­en soll. Ok… ein Blu­men­topf mit Extras also? So ein­fach ist es nicht, denn im Unter­schied zu her­kömm­li­chen Pflanz­töp­fen weist AIRY einen raf­fi­niert kon­stru­ier­ten Kamin­ef­fekt auf, für den das Gefäß 2017 mehr­fach aus­ge­zeich­net wur­de.

Was genau tut die­ser Blu­men­topf also? AIRY lässt die Raum­luft durch Lamel­len an der Unter­sei­te des Top­fes in das Gefäß ein­drin­gen, zir­ku­liert die­se durch das ent­hal­te­ne Sub­strat an den Wur­zeln der Pflan­ze vor­bei und rei­nigt sie dabei von Schad­stof­fen.  

Dar­über­hin­aus för­dert die so ent­ste­hen­de Belüf­tung das Wur­zel­wachs­tum der Pflan­ze, so dass die­se in Ver­bin­dung mit dem inte­grier­ten Was­ser­tank bes­ser gedeiht als in einem nor­ma­len Pflanz­ge­fäß.  

Bil­der © happybabyness.com

2. ANGEBOT

Im Moment ist das AIRY Sys­tem in 2 Aus­füh­run­gen erhält­lich: dem run­den AIRY pot  22 cm (rechts im Bild) und der qua­dra­ti­schen AIRY box 50 cm (links im Bild). Bei­de sind in der Grund­far­be “Snow White” (weiß) oder “Stone Grey” (anthra­zit) bestell­bar, wobei zusätz­lich 4–8 Farb­va­ri­an­ten in der Wahl der Luft­la­mel­len mög­lich sind.  

Bil­der © airy

3. AUFBAU & INBETRIEBNAHME

Der “Blu­men­topf”
Im Unter­schied zu einem her­kömm­li­chen Pflanz­ge­fäß besteht AIRY in sei­ner Basis aus einem durch­gän­gi­gen Sie­b­ein­satz, so dass die Luft von allen Sei­ten durch die Topf­wän­de an die Wur­zeln der Pflan­ze gelan­gen kann. Die­ser wird mit­tels einer Kunsstoff-umman­te­lung auf den Unter­bo­den gesteckt, in den spä­ter das Was­ser gefüllt wird.

Die “Bepflan­zung”
Für eine kon­stan­te Bewäs­se­rung setzt AIRY auf eine Drai­na­ge­schicht aus Blähton  am Boden des Top­fes, über den die Flüs­sig­keit aus dem Was­ser­tank zur Pflan­ze gelangt. Dar­über wird ein Gemisch aus Aktiv­koh­le und Erde oder Mine­ral­sub­strat  geschich­tet, in wel­ches die Pflan­ze mit losen Wur­zeln hin­ein­ge­setzt wird.

Die “Bewäs­se­rung”
Abschlie­ßend wird die Was­ser­stands­füll­an­zei­ge ange­bracht und AIRY gemäß über das Sub­strat und den Reser­ve­tank mit Was­ser befüllt. ABER VORSICHT! Der Behäl­ter soll­te nicht in befüll­tem Zustand trans­por­tiert wer­den, da die Ver­an­ke­rung des Bodens nicht sta­bil genug ist, um dem Gewicht stand zuhal­ten. Daher muss der Topf beim Tra­gen unbe­dingt von unten gestützt wer­den! Außer­dem emp­fiehlt es sich den AIRY erst am fina­len Stand­ort zu gie­ßen, da das Was­ser andern­falls über den Unter­bo­den her­aus­schwappt.

4. WELCHE PFLANZEN EIGNEN SICH FÜR AIRY?

Nach­dem ein Blu­men­topf nicht beson­ders wäh­le­risch ist, was sei­ne Bewoh­ner anbe­langt, kann man natür­lich jede belie­bi­ge Pflan­ze in einem AIRY-Über­topf behei­ma­ten. Wenn es jedoch um die best­mög­li­che Luft­rein­heit geht, emp­feh­len die Erfin­der des Top­fes sechs Exem­pla­re, die sich durch ihre Rei­ni­gungs­kraft aus­zeich­nen:

Bogen­hanf , Dra­chen­hanf, Ein­blatt , Ger­be­ra, Korb­ma­ran­the  und Schwert­farn Über die genau­en Vor- und Nach­tei­le der jewei­li­gen Sor­ten, kann man sich übri­gens im AIRY Online­shop infor­mie­ren, wo man sie auch bequem mit dem Topf zusam­men bestel­len kann. 

Wir beka­men für unse­ren Test ein Ein­blatt (lat. Spa­thi­p­hyl­lum wal­li­sii “mau­na loa”) zur Ver­fü­gung gestellt, wel­ches für uns ein (un)glücklicher Zufall war. Unglück­lich des­halb, weil schon drei von der Sor­te zu Hau­se ste­hen, glück­lich des­halb, da wir so den direk­ten Ver­gleich unse­rer Topf­sys­te­me beob­ach­ten konn­ten…

5. GRÜNER DAUMEN INKLUSIVE?!

Von der fri­schen Luft mal abge­se­hen, hat uns wegen besag­ter Pflan­zen auch der Pfle­ge­auf­wand des AIRY inter­es­siert, zumal der Her­stel­ler gesün­de­re Pfla­zen ver­spricht. Das die­ses Ver­spre­chen gehal­ten wird, zeigt unser Vorher-(links)-Nachher-(rechts)-Ver­gleich. Denn wäh­rend unser Ein­blatt bis­wei­len als inof­fi­zi­el­le Gie­ßer­in­ne­rung für alle ande­ren Grün­pflan­zen im Haus gute Diens­te leis­te­te, geht es dem neu­en AIRY Bewoh­ner ein­deu­tig bes­ser.

Über­ra­schend war dabei aller­dings, dass die Magie des AIRY nicht im Gra­nu­lat liegt. Denn als wir eines unse­rer bis­he­ri­gen “Stief­kin­der” kur­zer­hand in Sub­strat  ver­pflanz­ten, wel­ches vom AIRY übrig blieb, erhol­te sich die Pflan­ze, kommt aber noch lan­ge nicht an das sat­te Grün des Luft­rei­ni­gers her­an.

Wer nun glaubt, dass AIRY eine Garan­tie für immer­grü­ne Zim­mer­pflan­zen sei, liegt jedoch falsch! Zumal auch hier Blät­ter braun wer­den oder ange­setz­te Blü­ten nicht immer durch kom­men (wobei wir letz­te­res eher auf all­ge­mei­nen Kli­ma­wech­sel beim Umzug schie­ben, da die Blu­me wirk­lich vor­bild­lich ver­packt war). 

6. STIMMT DIE CHEMIE?

Abschlie­ßend müs­sen wir noch einen Blick auf die che­mi­sche Kom­po­nen­te von AIRY wer­fen, da es bei die­sem Sys­tem ja in ers­ter Linie um bes­se­re Raum­luft geht. Hier ben uns die Fach­leu­te des Frau­en­ho­fer Insti­tut die wis­sen­schaft­li­che Arbeit abge­nom­men und die Funk­tio­na­li­tät von AIRY bestä­tigt. 

Dem­nach gelang es den For­schern mit­tels einer Pflan­ze im AIRY-Pflanz­topf  die Kon­zen­tra­ti­on von Schad­stof­fen im Raum um ein viel­fa­ches zu redu­zie­ren, wäh­rend eine Pflan­ze im her­kömm­li­chen Topf kei­ne Wir­kung zeig­te.

Kon­trol­liert wur­de wäh­rend die­ses Tes­tes der Schad­stoff­ge­halt von Toluol und Xylol, wie sie ins­be­son­de­re in Bau­ma­te­ri­al, Far­ben und Lacken, aber auch in Tep­pi­chen, Haus­halts­pro­duk­ten und Tabak­rauch vor­kom­men. Damit leis­tet AIRY eine 8‑fach höhe­re Ent­gif­tungs­leis­tung als Plan­zen in ande­ren Gefä­ßen. 

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TESTURTEIL “SEHR GUT”

Unser Pro­dukt­test für das AIRY Luft­rei­ni­gungs­sys­tem fiel “sehr gut” aus, so dass wir 4 von 5 Ster­nen ver­ge­ben.

Um sich einen AIRY in die Woh­nung zu stel­len braucht man weder Inge­nieurs­ti­tel noch Bota­nik­stu­di­um, denn die Bedie­nung ★ des Sys­tems ist wirk­lich kin­der­leicht. Soll­te den­noch jemand Hil­fe benö­ti­gen, fin­det er auf der Home­page ein umfang­rei­ches Ser­vice ★ Ange­bot, dass von einer aus­führ­li­chen Pflan­zen­kun­de, bis hin zu einem Pflanz­vi­deo reicht. Schön ist hier auch das bun­te Ange­bot ★ an mög­li­chen Farb­va­ria­tio­nen. Wün­schens­wert wäre aber viel­leicht noch eine Erwei­te­rung des Sor­ti­ments mit einem klei­ne­ren Modell, da der AIRY pot mit einem Durch­mes­ser von 28 cm nicht gera­de Fens­ter­bank­for­mat auf­weist. Neben der hüb­schen Optik über­zeugt das Pflanz­ge­fäß auch mit hoch­wer­ti­gen Mate­ria­li­en, die von guter Qua­li­tät ★ zeu­gen. Was die ins­ta­b­li­le Boden­plat­te anbe­langt, drü­cken wir hier ein Auge zu, da der Her­stel­ler uns ver­si­chert hat hier­an zu arbei­ten und ein Blu­men­topf für gewöhn­lich nicht jeden Tag sei­nen Stand­ort wech­selt. Ein Kri­tik­punkt der für uns aller­dings mehr ins Gewicht fällt ist der Preis ☆. Denn auch wenn 1 AIRY die Luft­ei­ni­gungs­leis­tung von 8 Pflan­zen auf­weist, steht dies preis­lich noch nicht in Rela­ti­on.

* Wir bedan­ken uns recht herz­lich bei der AIRY Gre­en­Tech GmbH für die Bereit­stel­lung des getes­te­ten Pro­duk­tes. Das Ergeb­nis die­ses Pro­dukt­tests wur­de hier­durch nicht beein­flusst und spie­gelt allein die Mei­nung des Autors wie­der.