Still­be­ra­tung “Milch­wie­se”

Ser­vice-Check

Ein Inter­view mit den Grün­de­rin­nen Anja & Clau­dia von milchwiese.de

Clau­dia und Anja sind die Grün­de­rin­nen der Milch­wie­se, einer Onlineapo­the­ke für Still­be­darf. Hier bera­ten die bei­den Apo­the­ke­rin­nen Eltern zu allen Fra­gen rund ums The­ma Baby­nah­rung und bie­ten einen Ver­leih­ser­vice für Milch­pum­pen. Uns haben die Müt­ter von ins­ge­samt 5 Kin­dern erzählt, wel­che Vor­tei­le das Stil­len mit sich bringt und wie sie Müt­tern hel­fen kön­nen, wenn es nicht mit der Milch klap­pen soll­te.

*** ACHTUNG ***
Die­ser Arti­kel dient nur dazu einen ers­ten Ein­blick in die Still­be­ra­tung der Milch­wie­se zu geben. Sei­ne Inhal­te sind stark redu­ziert und kön­nen eine medi­zi­ni­sche Bera­tung nicht erset­zen. Bit­te kon­tak­tie­ren Sie in Zwei­fels­fra­gen Ihren Arzt oder Apo­the­ker.

Bil­der © Milch­wie­se

Stil­len oder nicht Stil­len?

Kaum ein The­ma beschäf­tigt schwan­ge­re Frau­en so sehr, wie die Fra­ge, ob sie ihr Kind stil­len wer­den oder nicht. Denn dabei geht es nicht immer nur um das “Wol­len”, son­dern manch­mal auch um das “Kön­nen”. Was raten zwei erfah­re­ne Still­be­ra­te­rin­nen wie ihr wer­den­den Müt­tern?

Zunächst ein­mal ist es wich­tig, dass die Ent­schei­dung ob man stil­len will oder nicht jedem selbst über­las­sen ist, denn auch wenn eine Mama nicht stil­len möch­te (oder kann), ist das völ­lig in Ord­nung. Für alle gilt jedoch, dass die Ernäh­rungs­fra­ge wohl über­legt sein soll­te, wes­halb gute Infor­ma­tio­nen essen­ti­ell sind.

Wel­che Argu­men­te spre­chen für das Stil­len?

Stil­len hat für bei­de Betei­lig­ten eine gan­ze Rei­he von Vor­tei­len:

  • In der Vor­milch, dem soge­nann­ten Kolos­trum, wird mit Hil­fe von Eiwei­ßen der Stoff Bili­ru­bin gebun­den, was einer Gelb­sucht beim Neu­ge­bo­re­nen vor­beugt.
  • Außer­dem wir­ken die dar­in ent­hal­te­nen Sal­ze wie ein natür­li­ches Abführ­mit­tel, so dass das Meko­ni­um (ugs. Kinds­pech) leich­ter aus­ge­schie­den wer­den kann. 
  • Bei der Mut­ter­milch selbst han­delt es sich um eine Kör­per­flüs­sig­keit, die leben­de Zel­len ent­hält.
    Die­se pas­sen sich kon­ti­nu­ier­lich an die äuße­ren Gege­ben­heit an, so dass bei­spiels­wei­se spe­zi­fi­sche Immun­ab­wehr­stof­fe gebil­det wer­den, wenn ein Kind krank ist. 
  • Mut­ter­milch ist also ein Lebens­mit­tel, das pass­ge­nau auf das Kind zuge­schnit­ten ist. 

Aber auch die Mut­ter pro­fi­tiert gesund­heit­lich vom Stil­len, da sie so unter ande­rem das Risi­ko an Brust­krebs zu erkran­ken ver­min­dert.

“Mut­ter und Kind pro­fi­tie­ren vom Stil­len glei­cher­ma­ßen.”

Nicht jede Mut­ter kann Stil­len

Die­se Punk­te beein­flus­sen den Aspekt des “Wol­lens” sicher posi­tiv. Wie sieht es aber mit dem “Kön­nen” aus? Gibt es viel­leicht Mög­lich­kei­ten, wie man auf das Stil­len hin­ar­bei­ten kann, damit es auch funk­tio­niert?

Grund­sätz­lich ist es so, dass Frau­en bereits ab der 16. SSW Vor­milch (lat. Kolos­trum) bil­den. Die eigent­li­che Milch­pro­duk­ti­on wird aber erst nach der Geburt durch häu­fi­ges Anle­gen ange­regt. Ab dem drit­ten Tag spricht man dabei von Über­gangs­milch und ab dem 10.–14. Tag von rei­fer Frau­en­milch.

Es ist also nicht so, dass sofort liter­wei­se Milch da ist. Statt­des­sen han­delt es sich um einen sen­si­blen Pro­zess, der sich (eben­so wie die Magen­grö­ße des Säug­lings) lang­sam ent­wi­ckelt. In ers­ter Linie gehö­ren zum Stil­len ein­fach zwei Men­schen, die zusam­men fin­den müs­sen. In die­sem Sin­ne ist auch die Sor­ge vie­ler Müt­ter, dass das Kind zu wenig Nah­rung erhält unnö­tig, da klei­ne Men­gen anfangs völ­lig aus­rei­chen.

Wie alles braucht das Stil­len sei­ne Zeit. Manch­mal kommt aber der Punkt, an dem sich eine stil­len­de Mut­ter ein­ge­ste­hen muss, dass es ohne Hil­fen nicht wei­ter geht. Hier kommt Ihr ins Spiel…

Wir haben gese­hen, dass vie­le Müt­ter in der Still­zeit nicht opti­mal ver­sorgt sind. Dar­um absol­vier­te Anja die Aus­bil­dung zur Still­be­ra­te­rin beim IBCLC (= Berufs­ver­band Deut­scher Lak­ta­ti­ons­be­ra­te­rin­nen) und leg­te damit den Grund­stein für die “Milch­wie­se”.

“Wir möch­ten, dass jede Mut­ter opti­mal ver­sorgt ist.”

Hil­fe bei Still­pro­ble­men

Bei der Milch­wie­se han­delt es sich um eine Art Onlineapo­the­ke für Müt­ter mit Still­pro­ble­men. Die­se ver­sorgt ihr u.a. mit Milch­pum­pen, obwohl es die­se auch auf Rezept in der Apo­the­ke um die Ecke gäbe. Wie­so lohnt sich für die Frau­en der Umweg über Euren Online­shop den­noch?

In Städ­ten wie Ber­lin gibt es tat­säch­lich an jeder Ecke eine Apo­the­ke, aller­dings gilt das nicht für länd­li­che Regio­nen. Die­se kön­nen wir nun deutsch­land­weit in weni­ger als 24 Stun­den ver­sor­gen. Hin­zu kommt, dass nicht jede Apo­the­ke qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Milch­pum­pen  anbie­tet, so dass teil­wei­se ech­te Kurio­si­tä­ten im Umlauf sind. Wir hin­ge­gen ach­ten sehr auf die ver­wen­de­ten Mate­ria­li­en und Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen — The­men die uns sehr am Her­zen lie­gen — und ver­mie­ten über­wie­gend Still­zu­be­hör nam­haf­ter Her­stel­ler wie Mede­la  oder Ardo .

Die Wahl des rich­ti­gen Pro­duk­tes ist bei dem umfang­rei­chen Ange­bot an Stil­lu­ten­si­li­en kei­ne leich­te. Kommt da beim Online­kauf nicht die Bera­tung zu kurz?

Ein­fa­che Pro­ble­me, wie die Anwen­dung einer Milch­pum­pe und Fra­gen zum The­ma Bei­kost, kön­nen wir tele­fo­nisch oder per Mail beant­wor­ten. Kniff­li­ge Still­pro­ble­me las­sen sich aber unmög­lich ohne fun­dier­te Dia­gno­se behe­ben, wes­halb wir in Ber­lin zusätz­lich Haus­be­su­che machen. Natür­lich sto­ßen wir bei grö­ße­ren Ent­fer­nun­gen an unse­re Gren­zen, was die Bera­tung vor Ort anbe­langt. Daher zie­hen wir in die­sen Fäl­len Kol­le­gen hin­zu, die für uns ein­sprin­gen.

Was sind denn typi­sche Pro­ble­me mit denen Müt­ter zu Euch kom­men?

Wir haben schon viel gese­hen und ler­nen trotz­dem jeden Tag mehr. Zu den häu­figs­ten Still­pro­ble­men gehö­ren wohl wun­de Brust­war­zen oder der Milch­stau. Es gibt aber auch weit­aus kom­pli­zier­te­re Fäl­le, wie Kin­der mit Lip­pen-Kie­fer-Gau­men­spal­ten oder Syn­drom Kin­der. Die­se kön­nen nur schwer den rich­ti­gen Sog an der Brust erzeu­gen und müs­sen mit ent­spre­chen­den Hilfs­mit­teln unter­stützt wer­den, um aus­rei­chend mit Mut­ter­milch ver­sorgt zu wer­den.

In jedem Fall ist es das Wich­tigs­te nach den Ursa­chen zu for­schen und dann ein sinn­vol­les Maß­nah­men­pa­ket zu schnü­ren. Dann las­sen sich mit der rich­ti­gen Anle­ge­tech­nik und/oder Hilfs­mit­teln vie­le Pro­ble­me behe­ben.