klei­nes Impfle­xi­kon

Rota­vi­ren

WAS SIND ROTAVIREN?

Rota­vi­ren sind die häu­figs­te Ursa­che für Durch­fall im Kin­des­al­ter welt­weit.
Es erkran­ken vor­wie­gend Säug­lin­ge und Klein­kin­der in den ers­ten bei­den Lebens­jah­ren.

URSACHE

Rota­vi­ren

SYMPTOME

Magen-Darm-Infek­ti­on

ANSTECKUNG

Über­tra­gung von Mensch zu Mensch; Schmier­in­fek­ti­on (fäkal-oral); Tröpf­chen­in­fek­ti­onn

Inku­ba­ti­on

1–3 Tage

KRANKHEITSBILD VON ROTAVIREN

Eine aku­te Magen-Darm-Infek­ti­on, die durch Rota­vi­ren ver­ur­sacht wur­de, unter­schei­det sich nicht wesent­lich von den meis­ten ande­ren Magen-Darm-Erkran­kun­gen. Die Infek­ti­on kann fast unbe­merkt ver­lau­fen, nur mit leich­tem Durch­fall, aber auch als schwe­re behand­lungs­be­dürf­ti­ge Erkran­kung.

Der meist plötz­lich ein­set­zen­de, wäss­ri­ge Durch­fall wird anfangs oft von leicht erhöh­ter Tem­pe­ra­tur und Erbre­chen beglei­tet. In etwa der Hälf­te der Fäl­le kom­men Schnup­fen oder Hus­ten hin­zu, sel­ten ist das Gehirn in Mit­lei­den­schaft gezo­gen (Enze­pha­li­tis). Übli­cher­wei­se dau­ert der Durch­fall 5 Tage an, beglei­tet von Erbre­chen über 2 Tage hin­weg.

BEHANDLUNG VON ROTAVIREN

Weil bei einer Rota­vi­ren-Infek­ti­on Erbre­chen häu­fig mit Durch­fall auf­tritt, ist es oft schwer, den Erkrank­ten recht­zei­tig aus­rei­chend mit Flüs­sig­keit zu ver­sor­gen. Säug­lin­ge und Klein­kin­der erkran­ken des­halb an Rota­vi­ren im Durch­schnitt schwe­rer als an ande­ren Durch­fall­erkran­kun­gen. Ist der Flüs­sig­keits­ver­lust zu groß, droht die Aus­trock­nung und dem Pati­en­ten muss im Kran­ken­haus durch Infu­sio­nen Flüs­sig­keit zuge­führt wer­den.

In Indus­trie­län­dern mit guter Ernäh­rungs­la­ge und guter medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung sind schwe­re Kom­pli­ka­tio­nen oder Todes­fäl­le eher sel­ten. Einer Stu­die zufol­ge, wer­den in Deutsch­land 1 von 20 Kin­dern bis 4 Jah­ren wegen einer Rota­vi­ren-Infek­ti­on sta­tio­när behan­delt. Beson­ders gefähr­det im Hin­blick auf die Aus­trock­nung sind hier Säug­lin­ge.

ÜBERTRAGUNG VON ROTAVIREN

Rota­vi­ren wer­den über fäkal-ora­le Schmier­in­fek­ti­on, aber auch durch Tröpf­chen­in­fek­ti­on über­tra­gen. Bis zum Alter von 3 Jah­ren haben 95% aller Kin­der welt­weit min­des­tens ein­mal eine Rota­vi­ren-Infek­ti­on durch­ge­macht.

Nach einer Rota­vi­ren­er­kran­kung ver­fü­gen Pati­enen nur über eine Teilim­mu­ni­tät gegen bestimm­te Sero­ty­pen des Virus. Das bedeu­tet, dass Kin­der und Erwach­se­ne mehr­fach an Rota­vi­ren-Infek­tio­nen erkran­ken kön­nen. Die Fol­ge­er­kran­kun­gen ver­lau­fen in der Regel aber nicht mehr so schwer wie die Erst­an­ste­ckung.

HÄUFIGKEIT VON Rota­vi­ren

welt­weit

jähr­lich 440.000–600.000 Kin­der bis  5 Jah­ren welt­weit beson­ders gefähr­det sind Säug­lin­ge in Afri­ka und Indi­en