7 WEHENARTEN DIE SCHWANGERE KENNEN SOLLTEN

Wehen & Wehen­ar­ten in der Schwan­ger­schaft

Wehen & Wehen­ar­ten

Was sind Wehen?

Unter einer “Wehe” ver­steht man eine Mus­kel­kon­trak­ti­on der Gebär­mut­ter, die in Ver­bin­dung mit der Geburt steht. Je nach­dem wie weit die Schwan­ger­schaft fort­ge­schrit­ten ist und in wel­cher Pha­se der Geburt sich die wer­den­de Mut­ter befin­det unter­schei­den Medi­zi­ner grund­sätz­lich 7 Wehen­ar­ten:

  1. Früh­we­hen
  2. Braxt­on Hicks Kon­trak­tio­nen / Übungs­we­hen
  3. Vor­we­hen Senk­we­hen
  4. Eröff­nungs­we­hen
  5. Press­we­hen
  6. Nach­we­hen

 

Auf­grund ihres unre­gel­mä­ßi­gen Auf­kom­mens, der vari­ie­ren­den Ins­ten­si­tät von Wehen und dem unter­schied­li­chen Schmerz­emp­fin­den der schwan­ge­ren Frau­en, kön­nen die ein­zel­nen Kon­trak­tio­nen ohne tech­ni­sche Hilfs­mit­tel (wie bei­spiels­wei­se einen Wehen­schrei­ber) nicht strikt getrennt wer­den. Den­noch ist es nütz­lich, die Funk­tio­nen von Wehen zu ken­nen, um sich auf die bevor­ste­hen­de Geburt vor­zu­be­rei­ten.

Früh­we­hen

Merk­ma­le von Früh­we­hen

  • Warn­si­gnal für kör­per­li­che und/oder see­li­sche Über­be­las­tung (drin­gend kür­zer tre­ten!)
  • in jedem Schwan­ger­schafts­sta­di­um mög­lich (vor der 36. Schwan­ger­schafts­wo­che)
  • tre­ten in sich ver­kür­zen­den Inter­val­len auf (mehr als 3x pro Stun­de)
  • Wehen­schmer­zen ver­stär­ken sich zuneh­mend
  • kön­nen in Kom­bi­na­ti­on mit vagi­na­lem Aus­fluss (blu­tig oder wäss­rig) und/oder Rücken­schmer­zen vor­kom­men

Hil­fe bei Früh­we­hen

  • Ent­span­nung und Ruhe
  • Magne­si­um

 

ACHTUNG: Früh­we­hen sind nicht unge­fähr­lich!

Im Gegen­satz zu ande­ren Wehen­ar­ten kön­nen Früh­we­hen den tat­säch­li­chen Geburts­pro­zess vor­zei­tig ein­lei­ten. Aus die­sem Grund soll­te stets ein Arzt kon­sul­tiert wer­den, der gege­be­nen­falls eine sta­tio­nä­re Auf­nah­me emp­fiehlt.

Übungs­we­hen — Braxt­on Hicks Kon­trak­tio­nen

Funk­ti­on von Übungs­we­hen

  • trai­nie­ren die Gebär­mut­ter­mus­ku­la­tur für die Geburt

Merk­ma­le von Übungs­we­hen

  • im 2. Tri­mes­ter (zwi­schen 20. und 25. Schwan­ger­schafts­wo­che)
  • tre­ten unre­gel­mä­ßig auf (nicht öfter als 3x pro Stun­de!)
  • sind rela­tiv schmerz­los (soll­ten nicht stär­ker wer­den!)
  • las­sen den Bauch hart wer­den
  • beein­flus­sen den Mut­ter­mund nicht (vs. Geburts­we­hen)
  • dau­ern zwi­schen 0:30 und 1:00 Minu­te 
  • fla­chen lang­sam wie­der ab

Vor­we­hen

Funk­ti­on von Vor­we­hen

  • berei­ten die Geburt vor
  • kün­di­gen die bevor­ste­hen­de Geburt an (eini­ge Tage bis Wochen)

Merk­ma­le von Vor­we­hen

  • im 3. Tri­mes­ter (ab 36. Schwan­ger­schafts­wo­che)
  • lau­fen in unre­gel­mä­ßi­gen Inter­val­len ab
  • sind wie ÜBUNGSWEHEN recht schmerz­frei
  • kön­nen mit hef­ti­gen Unter­leibs­schmer­zen und Zie­hen in Rücken und Leis­ten­ge­gend ver­bun­den sein
  • wer­den lang­sam schwä­cher ehe sie auf­hö­ren
  • lösen über das Baby und den Ute­rus Bla­sen­druck aus

Senk­we­hen

Funk­ti­on von Senk­we­hen

  • brin­gen das Baby in die Start­po­si­ti­on für die Geburt
  • drü­cken den Kopf des Babys ins klei­ne Becken

Merk­ma­le von Senk­we­hen

  • im 3. Tri­mes­ter (ab 36. Schwan­ger­schafts­wo­che)
  • schlie­ßen an die VORWEHEN an
  • sind schmerz­haf­ter als die Vor­we­hen
  • brin­gen Erleich­te­rung für die wer­den­de Mut­ter (leich­te­res Atmen und Essen)
  • lösen über den Kopf des Kin­des einen Druck auf den Becken­bo­den der Mut­ter aus

Hil­fe bei Senk­we­hen

  • Atem­tech­nik aus dem Geburts­vor­be­rei­tungs­kurs
  • war­mes Bad

Eröff­nungs­we­hen

Funk­ti­on von Eröff­nungs­we­hen

  • kün­di­gen die Geburt an und star­ten die ERÖFFNUNGSPHASE des Geburts­pro­zes­ses
  • öff­nen den geschlos­se­nen Mut­ter­mund auf bis zu 10 cm
  • geben dem Baby den “Weg” frei

Merk­ma­le von Eröff­nungs­we­hen

  • im 3. Tri­mes­ter (ab 37. Schwan­ger­schafts­wo­che)
  • tre­ten regel­mä­ßig auf (erst unre­gel­mä­ßig, dann alle 10 zuletzt alle 2 Minu­ten oder kür­zer)
  • dau­ern etwa 1:30 Minu­ten
  • erin­nern zunächst an Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den
  • stei­gern sich in ihrer Inten­si­tät (begin­nen sanft, stei­gern sich zu Höhe­punkt, fla­chen wie­der ab)

Press­we­hen

Funk­ti­on von Press­we­hen

  • lei­ten die AUSTREIBUNGSPHASE der Geburt ein
  • “schie­ben” das Baby durch den Geburts­ka­nal nach drau­ßen
  • schlie­ßen die Geburt ab

Merk­ma­le von Press­we­hen

  • schlie­ßen an die ERÖFFNUNGSWEHEN an

Nach­we­hen

Funk­ti­on von Nach­we­hen

  • sto­ßen die Pla­zen­ta ab

Merk­ma­le von Nach­we­hen

  • fol­gen auf die abge­schlos­se­nen Geburt
  • sind deut­lich schwä­cher als die PRESSWEHEN (ähneln star­ken Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den)
  • dau­ern bis zu 15 Minu­ten